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Verbrauchertelegramm Dezember 2002

Mitteilungsblatt der Verbraucherzentrale Südtirol

Die jeweils erwähnten Links finden Sie am Seitenende!

Elektrosmog: Appell der Ärzte

Mit einem Aufsehen erregender Appell haben über hundert deutsche Ärzte jetzt auf die gesundheitliche Gefährdung durch die Strahlung aus Handys und Mobilfunkantennen hingewiesen. Die Ärzte sehen die steigende Zahl chronisch Kranker in unmittelbarem Zusammenhang mit der zunehmenden Belastung aus dem Mobilfunk. Im "Freiburger Appell" rufen die Ärzte jetzt die Verantwortlichen im Gesundheitswesen, die Politik und die Öffentlichkeit auf, das Thema Industrie unabhängig anzugehen und die nötigen kurz- und mittelfristigen Maßnahmen zu setzen, um die Bevölkerung zu schützen. Der ausführliche Text des Appells ist auf der Homepage der VZS nachzulesen, der Appell selbst kann in der VZ oder beim Verbrauchermobil unterschrieben werden.

Versicherungen 1: Ohne Ausbildung kein Policenverkauf

Auf zahlreiche Hinweise der VZS hat jetzt die Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen in Rom (ISVAP) reagiert: Mit einem Rundschreiben vom Oktober 02 wird der Vertrieb von Policen für offene Pensionsfonds, vorsorgenden und fondsgebundenen Lebensversicherungen durch Multilevelverkaufsstrukturen untersagt. In Zukunft sollen nur noch ausgebildete und kontrollierte Verkäufer den verkauf dieser manchmal sehr komplizierten Dienstleistungen vornehmen können. Auch soll es nicht mehr möglich sein. Prämien von Lebensversicherungen bar zu kassieren.

Versicherungen 2: Geld zurück

Jene Versicherungsgesellschaften, die im Februar 2002 vom Staatsrat wegen Kartellbildung verurteilt zu einer Strafe von insgesamt 350 Millionen € (700 Milliarden Lire) wurden, kommen nun auch in die Schußlinie der Friedensgerichte. Die geschädigten Kunden verlangen jetzt ihren Teil der zu Unrecht erhöhten Prämie zurück. Zwei Urteile von Friedensgerichten haben den klagenden KonsumentInnen recht gegeben. Nun gibt es das erste Verfahren einer Südtiroler Konsumentin. Die VZS ruft die Geschädigten auf, ihr Geld zurückzuverlangen. Hilfestellung erhalten die Geschädigten bei der VZS.

Gesundheit 1: Zweisprachige Beipackzettel

Die Intervention der Verbraucherzentrale bei der Gesundheitsabteilung der Carabinieri in Trient (NAS) hat dazu geführt, dass diese Erhebungen in Sachen zweisprachige Beipackzettel (Artikel 14 des Regierungsdekretes vom 29. Mai 2001) eingeleitet hat. Bleibt abzuwarten, ob die Erhebungen zu Sanktionen gegen die säumigen Pharmahersteller führen.
Beschwerden über fehlende deutschsprachige Beipackzettel können direkt an die NAS in Trient gerichtet werden: Comando Carabinieri per la Sanitá - N.A.S. di Trento - Largo Porta Nova, 9 - 38100 Trento.
Die Beschwerde ist mit Einschreibebrief mit Rückantwort unter Beilage des entsprechenden Beipackzettels vorzubringen. Ein Musterbrief für das Beschwerdeschreiben liegt bei der Verbraucherzentrale auf.

Gesundheit 2: Kein Schutz mehr vor Lärm

Mit einem Handstreich hat die Landesregierung das Recht auf Ruhe in eigenen vier Wänden abgeschafft. Gemäß Dekret des Landeshauptmannes vom 14. 06. 02 hat dieser die technisch prozeduralen Lärmschutzartikel aus dem eigenen Dekret Nr. 4/6.3.89 einfach aufgehoben. Dies sind genau jene Passagen im Dekret, auf welche sich ein Verbraucher hätte berufen können, um Lärm und Trittschall in seiner Wohnung über exakt festgelegte Normen abzuwehren. In der Praxis heißt dies, dass die Baufirmen jegliches Wand- und Deckenmaterial einsetzen dürfen und auf das Recht auf Ruhe in den eigenen vier Wänden keine Rücksicht mehr nehmen müssen. Die VZS betrachtet diese Maßnamahme als einen weiteren Kniefall vor dem Baugewerbe.

Ernährung: Vorsicht beim Verzehr von Fritierkost

Wer gern Geröstetes, Gebackenes, Gebratenes oder Fritiertes ißt, sollte wachsam sein. Bei dieser Zubereitungsart, so haben schwedische Wissenschaftler festgestellt, entsteht Acrylamid. Dieser Stoff löst im Tierversuch Krebs aus und ist erbgutschädigend. Darüber, wie es zu den festgestllten hohen Konzentrationen von Acrylamid, etwa in Kartoffelchips oder auch im Knäckebrot kommt, gibt es noch keine klaren Aussagen. Die VZS warnt derweil vor dem überzogenen Verzehr dieser Nahrungsmittel und beklagt das Schweigen der zuständigen Behörden zu diesem Thema. Mehr zu Acrylamid in Lebensmitteln auf der Homepage der VZS.

Homepage des Monats:

www.adbusters.org
Eine Stiftung, für welche Künstler, Lehrer, Schüler, Graphiker auf creative Art und Weise arbeiten. Ihr gemeinsames Ziel ist es, die Mechanismen der Werbung zu enthüllen und den Verbraucher vor der Realität zu stellen. Unter den zahlreichen Initiativen gehört das Organisieren von "Gegenwerbung" ebenso wie die Gestaltung des "Tags ohne Einkauf". Das Liliputnetz für eine gerechte Wirtschaft hat diese Initiative für Italien übernommen und als Tag des kritischen Einkaufsverhaltens umgetauft.