Versicherungsbedarf


Welche Policen Sie wirklich brauchen

Einige Verbraucher sind über-, andere unterversichert und wiederum andere haben zu teure Versicherungsverträge unterschrieben. So kostet der Abschluss falscher oder zu teurer Versicherungsverträge die Bürger jedes Jahr viel Geld, das leicht eingespart werden könnte. Dies ist kein Wunder, denn der Tarifwirrwarr auf dem Versicherungsmarkt ist für Laien kaum überschaubar. Oft ahnen Verbraucher gar nichts von ihren Fehlern und Verlusten.

Versicherungen schauen auf die eigene Tasche

Versicherungsgesellschaften sind mittlerweile zu reinen gewinnorientierten Unternehmen mutiert. Das Problem liegt darin, dass die Differenz zwischen eingezahlten Prämien und ausgezahlen Schadenssummen den Gewinn darstellt. Man kann sich daher vorstellen, dass "Gewinnoptimierungsmaßnahmen" die das Ziel jeden Unternehmens sind, sich sicher nicht zum Vorteil der Versicherten auswirken (können). Während die Versicherer über die Eintrittswahrscheinlichkeit von Schäden genauestens Bescheid wissen, trifft dies nicht für die Versicherten zu. Es fällt daher den VerbraucherInnen schwer, aus der unüberschaubaren Vielfalt an Anbietern und Angeboten das „richtige“ Paket zu schnüren. Zu oft "vergessen" sie wegen der mangelhaften Beratung wichtige Versicherungsarten oder sind wegen der Unverständlichkeit der Versicherungsverträge unzureichend und mangelhaft versichert.

Die Verbraucherzentrale hat als neutrale Beratungseinrichtung die Aufgabe, durch ihre Tätigkeit das Verhältnis zwischen den Versicherten und den Versicherungsgesellschaften so zu verbessern, dass die wirklichen Funktionen von Versicherungen optimal angeboten werden. Denn eines ist klar, die VerbraucherInnen können nicht selbst schultern was nur eine Versicherungsgemeinschaft übernehmen kann.

Zuerst Versicherungsbedarf klären

Bevor Sie eine Versicherung abschließen, sollten Sie Ihren Versicherungsbedarf abklären. Bauen Sie Ihre Versicherungsschutz nach dem Prinzip der größten Risiken auf: Führen Sie sich die Folgen von verfrühtem Tod, Invalidität und Großschäden vor Augen. Dann wird klar, welche Versicherungen wirklich
notwendig sind. Dabei ist folgendes zu beachten:
  • Schutz bei Todesfall: Wer zahlt, wie viel im Fall des Todes?
  • Bei eingetretener Invalidität: Die gesetzliche Rente erreicht manchmal nur die Mindestrente und für die Jüngeren nicht einmal dieses Niveau.
  • Bei Großschäden aller Art: Jeder haftet ohne Versicherungsschutz für selbstverschuldete Schäden in unbegrenzter Höhe.

Wer braucht welche Versicherungen?

Generell gesehen kann folgende Tabelle weiterhelfen (gilt vor allem für ArbeitnehmerInnen und RentnerInnen):

Polizze

Privathaft-
pflicht

Krankheit (Invalidität)

Risiko-Leben

Unfall (Invalidität)

Alleinstehende Junioren +2 +2 -2 +2
Ehe/eheähnliche Gemeinschaft, berufstätige Singles +2 +2 0 +2
Familie mit kleinen Kinder, Alleinerziehende +2 +2 +2 +2
Familie mit großen Kindern +2 +1 +1 +1
Familie nach Kindererziehung +2 0 0 0
Alleinstehende Rentner +2 -2 -2 -2

Legende: + 2 = unbedingt notwendig, - 2 = nicht notwendig, 0 = neutral

Nützliche Tipps

  • Kleinere Risiken mit geringen finanziellen Folgen sollten sie nicht versichern. Überflüssiger Versicherungsschutz kostet nur unnötig Geld.
  • Wer prüfen will, ob er richtig versichert ist, kann einen persönlichen Versicherungs-Check durchführen lassen. Dazu gibt es einen Fragebogen, der durch die computergestützte Versicherungsberatung ausgewertet wird. Den dazugehörigen Tarifvergleich können Sie eventuell auch für das Aushandeln von günstigeren Prämien bei Ihrer bisherigen Versicherungsgesellschaft nutzen.


Stand: 08/2014