Der EAN-Strichcode

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Die Etiketten mit den schwarzen Streifen und den Zahlen darunter kleben auf Lebensmitteln, Kosmetikas, Waschmitteln und vielen anderen Produkten, die man in größeren Geschäften und in Supermärkten zu kaufen bekommt. Kaum jemand weiß, was es mit diesen Strichen und Ziffern auf sich hat.

Diese Strichcodes bezeichnet man als „Europäisches-Artikelnummer-System“, kurz „EAN“ genannt, das dem Handel die Organisation erleichtert. Der Händler kann damit, falls er über eine dazugehörige Computerkasse verfügt, lückenlos jede Warenbewegung erfassen und auswerten, so beispielsweise die Warenbestandsaufnahmen, Bestellungen, Platzierungen im Regal, Preisgestaltung bis hin zur Abrechnung. Auch das Kassieren wird erleichtert: Das Produkt mit dem Strichcode wird über ein Sichtfeld der Kasse gezogen oder mit einem Stift abgetastet, das Eintippen des Preises entfällt damit und auf dem Kassenzettel erscheint neben dem Preis auch die Artikelbezeichnung.

Was bedeuten die Ziffern im Einzelnen?

Die ersten 7 Ziffern sind die sog. „Global Location Number“, in etwa „Weltweite Ortsangaben-Nummer“. Diese Basisnummer wird auf Antrag in jedem Land von einer autorisierten Stelle vergeben.
Dabei besitzt jedes Land eine oder mehrere eigene Ländernummern; das sind die ersten 3 Ziffern der EAN-Nummer (s. Tabelle).
Die nächsten 4 Zahlen beinhalten die Adresse des Herstellers bzw. Lieferanten.
Die folgenden 5 Zahlen sagen etwas über den Artikel selbst aus. Beispielsweise können sie bedeuten: Pralinenmischung, 100 g, Geschenkpackung.
Die letzte Zahl ist lediglich eine Prüfziffer, an welcher der Computer erkennen kann, ob er sich „verlesen“ hat.

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Ländernummer gleich Produktionsort?

Leider nein! Man kann von der Ländernummer nicht auf den Produktionsort schließen, da z.B. eine italienische Firma für Produkte, die im Ausland hergestellt wurden, in Italien die Basisnummer beantragen kann. Aber auch in Italien produzierte Ware kann Rohstoffe aus anderen Ländern enthalten. Für den Verbraucher hat der EAN daher keine allzugroße Bedeutung.
NB: Die Anfangsziffern 200 - 299 stehen für im Laden verpackte Ware, wie z. B. Käse oder Salate.

Vor- und Nachteile

Der EAN-Strichcode verbirgt computergerecht verschlüsselt Informationen. Keine Nachteile für die VerbraucherInnen? Indirekt doch. Denn mit Einführung dieses Systems ist weitgehend die Einzelpreisauszeichnung der Waren unter den Tisch gefallen. Der Preis steht nicht mehr auf jedem einzelnen Produkt, sondern nur noch am Regal, weil mit dem automatischen Ablesen des Strichcodes an der Kasse die Preise nicht mehr einzeln eingetippt werden müssen. Das ist zwar für den Händler arbeitssparend, für die Kunden ist dieses System angesichts des großen Angebots jedoch recht verwirrend. Auch sind in der Regel die Preisaus-zeichnungen am Regal dermaßen klein, dass das Auffinden und Ablesen der Preise recht mühsam wird.
Alles in allem gibt es nur einen Vorteil für VerbraucherInnen: einen besseren Kassenzettel.

Beispiele für EAN-Länderkennzeichen

Code Land
000-139 USA
200-299 Interne Nummerierungen
300-379 Frankreich
380 Bulgarien
383 Slowenien
385 Kroatien
387 Bosnien-Herzegowina
389 Montenegro
400-440 Deutschland
450-459 Japan (auch: 490-499)
460-469 Russische Föderation
470 Kirgisistan
471 Taiwan
474 Estland
475 Lettland
476 Aserbaidschan
477 Litauen
478 Usbekistan
479 Sri Lanka
480 Philippinen
481 Weißrussland
482 Ukraine
484 Moldawien
485 Armenien
486 Georgien
487 Kasachstan
489 Hong Kong
490-499 Japan (auch: 450-459)
500-509 Großbritannien
520 Griechenland
528 Libanon
529 Zypern
530 Albanien
531 Mazedonien
535 Malta
539 Irland
540-549 Belgien und Luxemburg
560 Portugal
569 Island
570-579 Dänemark
590 Polen
594 Rumänien
599 Ungarn
600-601 Südafrika
603 Ghana
604 Senegal
608 Bahrain
609 Mauritius
611 Marokko
613 Algerien
615 Nigeria
616 Kenia
618 Elfenbeinküste
619 Tunesien
621 Syrien
622 Ägypten
624 Libyen
625 Jordanien
626 Iran
627 Kuwait
628 Saudi-Arabien
629 Vereinigte Arabische Emirate
690-695 China
729 Israel
730-739 Schweden
740 Guatemala
741 El Salvador
742 Honduras
743 Nicaragua
744 Costa Rica
745 Panama
746 Dominikanische Republik
750 Mexiko
754-755 Kanada
759 Venezuela
770 Kolumbien
773 Uruguay
775 Peru
777 Bolivien
779 Argentinien
780 Chile
784 Paraguay
786 Ecuador
800-839 Italien
840-849 Spanien
850 Kuba
858 Slowakische Republik
859 Tschechische Republik
860 Serbien
865 Mongolei
867 Nord-Korea
869 Türkei
880 Südkorea
884 Kambodscha
885 Thailand
888 Singapur
890 Indien
893 Vietnam
899 Indonesien
900-919 Österreich
930-939 Australien
940-949 Neuseeland
955 Malaysia
958 Macão

Infoblatt: KC01
Stand: 06/2014