Spenden

Wie die Spreu vom Weizen trennen

Es gibt immer wieder “schwarze Schafe” auf dem Markt der “guten Aktionen”, die engagierte Spender verunsichern. Wenn Sie folgende Tipps berücksichtigen, dann kommt Ihre Spende sicher in die richtigen Hände:

  • Spenden sind freiwillig und ohne Gegenleistung. Wird durch mitleids- und gefühlsbetonte Werbung Druck auf den Spender ausgeübt, ist Vorsicht geboten. Auch soll der Spender nicht genötigt oder gar gezwungen werden.
  • Nicht Mitleid, Angst und Abscheu sollten eine Spende auslösen, sondern Mitverantvortung, Solidarität oder Nächstenliebe.
  • Für Werbung und Verwaltung von Spenden fallen unvermeidbare Kosten an. Sie sollten eine Höhe von maximal 35% nicht übersteigen (0-10% niedrig, 10-20% angemessen, 20-35% vertretbar).
  • Als Spender sollten Sie vermeiden, Ihr Geld breit zu streuen, denn geben Sie vielen Organisationen kleine Summen, verursacht das mehr Verwaltungsaufwand, als wenn Sie nur wenigen Organisationen größere Summen spenden. Außerdem behalten Sie bei der Beschränkung auf wenige Empfänger einen besseren Überblick.
  • Das Werbe- und Informationsmaterial der Spendenorganisationen sollte Klarheit über die Ziele der Organisation und die Verteilung der Spenden geben. Organisationen, die darüber nur unklar Auskunft geben oder Informationen verweigern, sind abzulehnen.
  • Schauspieler, Politiker und andere Prominente setzen sich gelegentlich als Fürsprecher für einzelne Organisationen ein. Das zusätzliche Vertrauen, das sie vermitteln sollen, kann jedoch eine ausführliche, sachliche Information nicht ersetzen.
  • Sollten Sie Spendenbriefe bekommen, ohne dass Sie mit dem Verein, der Sie anschreibt, bisher Kontakt hatten: Vorsicht und Zurückhaltung sind geboten. Fragen Sie zurück, woher die Organisation Ihre Anschrift hat, und bestehen Sie darauf, dass Ihre Adresse gelöscht wird, falls Sie mit dieser Art der Spendenwerbung nichts zu tun haben wollen.

Bei Spenden an der Haustür oder an öffentlichen Orten sollten außerdem folgende Punkte beachtet werden:

  • Sogenannte Drücker nutzen den Überraschungseffekt. Unterschreiben oder spenden Sie nicht sofort, vor allem wenn Druck auf Sie ausgeübt wird. Vorsicht auch bei vorgeblichem Zeitdruck des Sammlers.
  • Bei den Werbern handelt es sich oft um Profis, die erfolgsabhängig entlohnt werden. Nur die wenigsten Organisationen, die mit professionellem Personal arbeiten, weisen darauf hin.
Allgemein sollte man im Zweifelsfalle Einzahlungen zugunsten von Organisationen gegenüber Barspenden den Vorzug einzuräumen. Dadurch haben Sie, sofern die beschenkte Organisation die Voraussetzungen erfüllt, auch eine Spendenquittung für die Abschreibung bei der Einkommenssteuererklärung zur Hand.

Das Gütesiegel „Sicher Spenden“

Eine weitere nützliche Orientierungshilfe bietet das Gütesiegel „Sicher Spenden“, welches der Dachverband der Sozialverbände in Bozen an zertifizierte Organisationen verleiht. Genauere Informationen finden Sie auf www.spenden.bz.it oder beim Dachverband der Sozialverbände, Streitergasse 4, Bozen, Tel. 0471-324667.

Spenden und Steuern: Absetzbarkeit der im Jahr 2015 gespendeten Beträge


1) Abzug von der geschuldeten Steuer (oneri detraibili) im Ausmaß von 19%

Von der geschuldeten Steuer können folgende Spenden abgezogen werden:
  • Spenden zugunsten von Amateursportverei­nen (19% der Spende, maximaler Abzug 1.500 Euro)
  • Beiträge an Gegenseitigsvereine (19% der Spende, maximaler Abzug 1.291,14 Euro)
  • Spenden an Vereinigungen für soziale Förde­rung (19% der Spende, Höchstbetrag der Spende 2.065,83 Euro)
  • Spenden zugunsten von kulturellen und künstlerischen Tätigkeiten (19% der Spende)
  • Spenden zugunsten von Körperschaften des Schauspiels (19% der Spende, maximaler Ab­zug 2% des Einkommens)
  • freiwillige Spenden zugunsten von staatlichen und gleichgestellten Schulinstituten (19% der Spende)
  • freiwillige Spenden an den Abschreibungs­fonds der Staatsanleihen (19% der Spende)

2) Abzug von der geschuldeten Steuer (oneri detraibili) im Ausmaß von 26%

Von der geschuldeten Steuer können folgende Spenden abgezogen werden:
  • freiwillige Spenden an ONLUS sowie an hu­manitäre, religiöse und laizistische Initiativen in Nicht-OECD-Ländern, ermittelt durch Dekret des Ministerpräsidenten (26% der Spende, Höchstbetrag 30.000 Euro);
  • freiwillige Spenden an politische Parteien (26% der Spende, Spendenbetrag zwischen 30 und 30.000 Euro).

3) Abzug von der Steuergrundlage (oneri de­ducibili)

  • Die Spenden an ONLUS und an Vereine für soziale Förderung können alternativ auch vom Gesamteinkommen abgezogen werden. Der Steuerzahler muss entscheiden, welchen der beiden Abzüge er in Anspruch nehmen will, da sie nicht kumulierbar sind. Die Spenden können bis zu einem Höchstbetrag von 10% des Einkommens und maximal 70.000 Euro vom Einkommen abgezogen werden.
  • Vom Einkommen abziehbar sind auch Spen­den zugunsten Universitäten, Forschungsein­richtungen sowie Regional- und National­parks.

Damit diese Spenden absetzbar sind, muss die Zahlung über Bank- bzw. Postüberweisung, mit Bankomat- , Kredit- oder Prepaid-Karten oder mit Bank- oder Zirkularschecks erfolgen (gilt nicht für alle Spendenarten, jedoch ist eine nachverfolgbare Zahlungsart wie Überweisung stets einer Spende in bar vorzuziehen. Der Spendenempfänger muss den Erhalt der Spen­de quittieren.


NB: Angaben zur steuerlichen Absetzbarkeit ohne Gewähr.


Infoblatt KC09
Stand: 01/2016